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Interview im Hunsrückspiegel

Weshalb glauben Sie als Architekt als Vertreter unserer Region für das Direktmandat des rheinland-pfälzischen Landtags geeignet zu sein?

In meinem Beruf hat man täglich mit Gestaltung, Organisation und Verhandlungsgeschick zu tun. Dies kann man sicherlich auf die Arbeit eines Landtagsabgeordneten direkt übertragen.

Weiterhin haben fast alle Investitionen direkt oder indirekt mit Bauen zu tun,  meistens Infrastrukturmaßnahmen oder zukünftig verstärkte Investitionen in Modernisierungs- und Klimaschutzmaßnahmen bei öffentlichen Gebäuden, damit diese nicht zur dauerhaften Kostenfalle der Kommunen werden. Investitionen müssen in der Zukunft ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit getätigt werden. Die Euro der Bürgerinnen und Bürger sollten vorrangig in Projekte gesteckt werden, die nach einer Phase der Anschubfinanzierung sich selbst tragen. Damit somit schafft man dauerhaft Vorteile und Arbeit für die Menschen vor Ort.

Durch Wegzug und eine viel zu geringe Geburtenrate steht der Bevölkerung des Landkreises eine große Aufgabe bevor. Dies wird insbesondere Auswirkungen auf die Mobilität und deren Sicherstellung sowie die Gesundheitsvorsorge haben.  Daher muss der persönliche, oft ehrenamtliche Einsatz in allen Bereichen der Gesellschaft stärker gewürdigt werden und auch finanzielle Mittel bereitzustellen. In Sachen häuslicher Pflege, haushaltsnahe Dienste, Schülerförderung und Jugendarbeit stecken Möglichkeiten für die ältere Generation Werte zu vermitteln. Das Ehrenamt, muss davon auch Teilhabe haben in Form einer wirklichen Daseinsvorsorge in allen Bereichen des täglichen Lebens.

Unser Landkreis Birkenfeld bietet mit seiner wunderschönen Landschaft und einmaligen Natur viele Möglichkeiten für Arbeit, Wohnen und Tourismus, wir müssen uns nur dessen bewusst sein!

Welche Bedeutung hat ein Nationalpark im Hunsrück-Hochwald für unseren Wahlkreis und somit den Landkreis Birkenfeld?

Der durch die rot-GRÜNE Landesregierung geschaffene Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist ein ganz wichtiger Baustein für die immer wieder geforderte regionale Erschließung. Damit fördert und stärkt man den Ausbau der regionalen Wertschöpfungskette und der hierfür erforderlichen Märkte.

Das komplette Potenzial der Region kann jedoch nur mit den vielseitigen Fähigkeiten jedes Einzelnen bzw. jeder Einzelnen ausgeschöpft werden. Daher sind wir Menschen im Landkreis nun alle gefordert, die Kräfte zu mobilisieren und zu vereinen und uns nach vorne zu orientieren. Dafür stehen wir GRÜNEN! Der Nationalpark wurde auf der Grundlage eines breiten Dialogs mit allen Interessierten und Betroffenen eingerichtet. Mit dem Projekt soll die „Nationale Biodiversitätsstrategie“ umgesetzt werden. Diese sieht auf den Waldflächen im öffentlichen Eigentum zehn Prozent Naturwald vor, denen sich Rheinland-Pfalz durch einen Nationalpark im Staatswald annähern kann. Fünf Auswahlkriterien sind bei der Suche nach einem geeigneten Gebiet entscheidend gewesen:

  • Die Fläche sollte im Eigentum des Landes sein.
  • Das Gebiet sollte mindestens ca. 10.000 Hektar groß sein.
  • Auf 75 Prozent dieser Fläche sollte sich die Natur frei entwickeln können.
  • Das Gebiet sollte herausragende Bedeutung für den Biotopverbund besitzen.
  • Die Fläche sollte weitgehend unzerschnitten sein.

Rheinland-Pfalz ist mit 42 Prozent gemessen an der Landesfläche das waldreichste Bundesland. Gleichzeitig war es eines der letzten Flächenländer in Deutschland ohne einen eigenen Nationalpark. Im Koalitionsvertrag wurde 2011 bereits festgelegt, die Suche nach einem geeigneten Gebiet einzuleiten und diese unter naturschutzfachlichen, wirtschaftlichen und unter Aspekten der regionalen Entwicklung und der Akzeptanz innerhalb von zwei Jahren zu untersuchen sei. Die grüne Umweltministerin hatte bereits nach einem Jahr der rot-GRÜNEN Landesregierung mit dem Hochwald einen Etappensieg vor Augen. Unsere Region hatte mit dem Hochwald die besten Voraussetzungen, in die 2. Phase als Favorit einzusteigen.

Dies ist der Erfolg der Menschen, die hier leben und sich verantwortlich für ihre Umwelt und die positiven Entwicklungsmöglichkeiten zeigen. Die Sache findet parteiübergreifend positive Resonanz und wird von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung getragen. Mit großer Entschlossenheit haben sich die allermeisten Beteiligten sich zu Befürwortern entwickelt. Für mich ein hervorragender und bisher seit langem ein einmaliger Prozess, in dem an einem Strang gezogen wird und zwar alle gemeinsam, noch dazu in die gleiche Richtung!

Sogar der CDU-Kreisverband Birkenfeld schrieb hierzu eine Stellungnahme und stärkte mit seiner positiven Einschätzung die Arbeit unseres Landrates Dr. Matthias Schneider. Lediglich die Landes- und  an die Fraktionsvorsitzende der CDU steht von Anfang an gegen die ganze Region.  Zuletzt ganz aktuell bei den Haushaltsberatungen im Landtag ist es nachlesbar, dass durch die Haushaltsvorschläge ihrer Fraktion der Nationalpark faktisch abgeschafft werden wird, sollte sie Ministerpräsidentin unseres Landes werden. Verstärkt wurde diese Ansage mit der Berufung von Philip zu Guttenberg in Ihr Schattenkabinett, er soll die Axt oder besser gesagt die Motorsäge an unseren Nationalpark anlegen. Bestärkt wird er dabei von der hiesigen Bundestagsabgeordneten der CDU.

Doch wir haben es am Wahltag in der Hand, den Nationalpark und somit die Förderung der ganzen Region voranzubringen oder schlagartig zu stoppen. Der Nationalpark geht nur mit starken GRÜNEN garantiert weiter.

Wir wollen gemeinsam mit dem zuständigen Ministerium verstärkt darauf achten, dass zu vergebende Fördermittel dem Erhalt von Infrastruktur dienen, den Ausbau des so dringend notwendigen Breitbandausbaues voranbringen und einem gutem ÖPNV eine erhöhte Bedeutung zukommt.

Touristische Fördermittel sollen dann gezielt in die Nationalparkregion gelenkt werden. Daher ist es wichtig, dass die bisherige Einigkeit weiter gelebt wird, um am Ende den Nationalpark zu erhalten. Dieses Projekt steht  für den Erhalt unserer Natur, den Klimaschutz und ist ein riesiger Glücksfall für die Region, wie groß der wirtschaftliche Gewinn der bisherigen Fördermillionen sein kann liegt einzig und allein an unseren den Geschäftsleuten vor Ort und ihren findigen Geschäftsideen. Alle Nationalparks weltweit leben von ihrer Wirtschaftlichkeit die aus vielen Faktoren besteht. Es wird nämlich ein Prozess sein, der über viele Jahrzehnte dauern wird, ähnlich der Entwicklung unserer weltweit bekannten Schmuck- und Edelsteinregion, die Jahrhunderte überdauert hat. Vor uns liegt ein Rohdiamant in der Anfangsphase, der nun über den Schliff zu einem Brillianten gemacht werden muss.

Daher bitte ich Sie, am 13. März wählen zugehen, für unseren Nationalparklandkreis und die Demokratie in unserem wunderschönen Rheinland-Pfalz! Vielen Dank.

Thomas Petry, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in Rheinland-Pfalz, Fraktionsvorsitzender der Kreistagsfraktion Birkenfeld

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